Frohe Weihnachten!

2015 war ein aufregendes Jahr – unser Jahr stand ganz im Zeichen der Elektromobilität, und unser E-Carsharing-Projekt in Hafnerbach hat erfolgreich seinen Betrieb aufgenommen; die UN-Weltklimakonferenz in Paris hat überraschend eine Einigung gebracht.

Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein ebenso aufregendes und erfolgreiches Jahr 2016!

Eure Energiegruppe Hafnerbach

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Speedee ist da!

Die Energiegruppe hat die Initiative für ein Hafnerbacher Elektroauto-Carsharing begleitet. Mittlerweile ist der Verein „Mobilitätsverein Hafnerbach“ (kurz „MOVE“) gegründet und nun endlich auch das Auto eingetroffen.

Wir haben mit dem stellvertretenden Vereinsobmann Willi Hausmann gesprochen, der sich sehr für die Anschaffung von „Speedee“, so der Name unseres Elektroautos, engagiert hat:

EG: Willi, du warst wie kein anderer in die Anschaffung unseres Elektro-Zoe involviert – warum gab es da immer wieder Schwierigkeiten?

WH: Weil das Auto ohne Kaufvertrag bestellt war und dadurch nicht an einen Liefertermin gebunden war. Dadurch wurde unsere Auslieferung mehrmals zurückgereiht.

EG: Sind Elektroautos derzeit so stark nachgefragt?

WH: Ja, die Zoes sind derzeit wirklich gefragt. Auch Vorführwagen geben die Händler erst her, wenn sie von wo einen neuen kriegen können.
Vom Importeur haben wir dann erfahren, dass der einzig verfügbare in Wolfsberg steht.

EG: Wolfsberg? Das heißt, Sepp Kienast und du habt das Auto dann aus Kärnten geholt?!

WH: Ja, wir sind mit dem Zug nach Graz und mit dem Intercity-Bus Richtung Klagenfurt dann bis Wolfsberg. Um 11:30 waren wir dort, die Firma hat uns abgeholt und uns das Auto übergeben. Um 13:00 sind wir dann weggefahren.

EG: Wie oft musstet ihr aufladen?

WH: Wir hatten uns im Vorfeld schon die Gratistankstellen rausgesucht, weil die Tankkarten noch nicht da sind. Die erste war in Knittelfeld und dann eine in Mürzzuschlag – das hat jeweils ca. 45min gedauert. Damit wären wir locker nachhause gekommen, wir haben ihn aber noch in Obergrafendorf fertig laden lassen und haben ihn dann am nächsten Vormittag geholt.

EG: Das heißt ihr seid gleich mal ohne einen Cent von Kärnten hergefahren – nicht schlecht!
…und, wie fährt er sich?

WH: Wunderbar, echt schön. Wir sind immer im Eco-Modus gefahren, damit wir mehr Reichweite haben und das war total angenehm. Im normalen Verkehr brauchst du den schnelleren Modus gar nicht, weil die anderen Autos rundherum ja langsamer beschleunigen.

EG: Der Speedee steht dann am Kirchenplatz?

WH: Jein, er wird hinter dem Gemeindehaus sein Zuhause bekommen, weil er dort auch unter Dach steht und wir uns das Eiskratzen im Winter ersparen. Bei Schönwetter und im Sommer ist aber auch der Kirchenplatz als Standort geplant. (Anm.d.Red.: nach neuesten Informationen wird Speedee wegen der Ladeinfrastruktur nur am Kirchenplatz stehen)

EG: Wie viele HafnerbacherInnen werden das Fahrzeug in Zukunft nutzen?
WH: Momentan stehen wir bei ca. 25.

EG: Kann man noch als NutzerIn beitreten?
WH: Ja, neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

EG: Danke für das Interview und dein Engagement!

Für alle Interessierten:
Der Mobilitätsverein Hafnerbach ist erreichbar unter der Emailadresse move@energiegruppe-hafnerbach.at

Infoveranstaltung zur Photovoltaik-Sammelbestellung 2015

Nachdem einige Hafnerbacher wieder Interesse an selbsterzeugten Strom zeigen, informiert die Energiegruppe wieder über Photovoltaik. Dazu hat uns die Fa. Solavolta, die einen Großteil der 90 Hafnerbacher Photovoltaikanlagen installiert hat, Fixpreisangebote gemacht.

In der Infoveranstaltung am Freitag, 17. Juli 2015 um 20 Uhr informieren wir Sie über diese Angebote, die Fördersituation und beraten Sie, welche Möglichkeiten IHRE Dachflächen bieten.


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Mythbusters – Strom für Elektroautos

Energy – Mythbusters – Glauben ist gut, wissen ist besser
Mythos: Es können gar nicht alle Leute ein Elektroauto fahren weil wir niemals den ganzen Strom dafür erzeugen können. Da müsste sonst an jeder Ecke ein neues Kraftwerk gebaut werden!
FALSCH!
Ein wesentlicher Vorteil von Elektroautos gegenüber ihren Diesel- und Benzinvorfahren ist, dass der Elektromotor einen Wirkungsgrad von ca. 90% hat. Bei Diesel- und Benzinmotoren können wir nur etwa 30% der chemisch im Kraftstoff gespeicherten Energie tatsächlich in Antriebsenergie umwandeln, der Rest geht verloren. Betrachtet man die Wirkungsgrade der gesamten Fahrzeuge, so geht das Match mit etwa 70% zu 25% noch immer recht eindeutig für das Elektroauto aus.

Würden wir in Österreich alle PKWs auf einen Schlag auf Elektroautos umstellen, so würde der Gesamtstromverbrauch um etwa 15-20% steigen*. Zugegeben eine schöne Menge Strom, aber nichts, was wir nicht schaffen könnten.
Natürlich ist es wichtig, dass möglichst der gesamte benötigte Strom erneuerbar hergestellt wird, denn würde ein Elektroauto mit Kohlestrom geladen, kann in Summe sogar mehr CO2 entstehen als durch die Fahrt mit einem Diesel- oder Benzinfahrzeug. Bei erneuerbarer Stromerzeugung haben wir erstmals in der Geschichte die Chance, einen Energiekreislauf hinzukriegen!
*Einfach zum Nachrechnen: ca. 74 Mrd. gefahrene km pro Jahr, ca. 15kWh/100km Energieverbrauch eines Elektroautos, ca. 67 Mrd. kWh Gesamtstromverbrauch in Österreich

Mythbusters – Heizung

Energy – Mythbusters – Glauben ist gut, wissen ist besser

Mythos:  Auch wenn ich etliche Tage nicht da bin, lass ich die Heizung aufgedreht, weil sonst kühlen die Möbel aus und ich muss nachher viel mehr Energie reinstecken. So spar‘ ich doch sicher eine Menge Heizkosten, oder?
FALSCH!
Warme Gegenstände geben mehr Wärme an ihre Umgebung ab als kalte. Nehmen Sie etwa einen Topf mit kochendem Wasser vom Herd und das Wasser wird sehr schnell aufhören zu blubbern. Das heißt, von fast 100°C auf 90°C geht’s sehr schnell, die letzten 10°C von 30°C auf 20°C dauern viel länger und wenn das Wasser dann Umgebungstemperatur hat, verliert es klarerweise gar keine Wärme mehr.
Das ist auch mit einem Raum so. Wird er absichtlich auf höherer Temperatur gehalten, verliert  er mehr Wärme als wenn er ausgekühlt wäre. Natürlich braucht es danach länger, um ihn wieder auf Solltemperatur zu bringen, aber die gesamt verbrauchte Energie ist geringer, wenn die Heizung während der Abwesenheit ganz aus ist.
Die beste Lösung für unseren Raum ist es natürlich, wenn er ordentlich isoliert ist, denn dann verliert er seine Wärme nur sehr langsam und obwohl die Heizung aus ist, kühlen unsere Möbel nur langsam aus und das Aufheizen geht schnell. Das spart WIRKLICH Energie.

Es kann natürlich trotzdem Sinn ergeben, einen unbenutzten Raum im Winter frostfrei zu halten, um etwa das Auffrieren von Leitungen zu verhindern, aber das Argument mit den Möbeln ist halt einfach… nur ein Mythos!

Mythbusters – AMA Gütesiegel

Energy – Mythbusters  – Glauben ist gut, wissen ist besser

MythosDas mit dem AMA-Fleisch ist doch alles Unsinn weil das alles aus Holland und aus Polen kommt und sobald die Hälfte der Wertschöpfung aus Österreich kommt, darf das Pickerl schon draufkleben.
FALSCH!
Eine wahre Flut an Labels und Spezialetiketten macht es nicht leicht den Durchblick zu behalten. Dabei entstehen schnell einmal falsche Gerüchte, besonders wenn es um Lebensmittelqualität geht.
Das AMA-Gütesiegel kennzeichnet Obst, Gemüse, Fleisch, Wurstwaren, Milch und Milchprodukte, Eier und ausgewählte verarbeitete Produkte. Für alle diese Kategorien bestehen strenge und kontrollierte Produktionsbedingungen. Beim vielzitierten AMA-Fleisch ist z.B. garantiert, dass das Tier in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurde. Auch die geforderten Haltungsbedingungen sind hier tierfreundlicher als gesetzlich vorgeschrieben.
Nur bei verarbeiteten Produkten dürfen gewisse Bestandteile, die nicht in Österreich hergestellt werden können, aus dem Ausland kommen, z.B. die Bananen im Bananenjoghurt oder der Pfeffer in der Wurst. Selbst dann muss der Österreichische Anteil aber über 2/3 liegen.
Leider wird das AMA-Gütesiegel noch oft mit dem „Made in Austria“ Zeichen (ein rot-weiß-rotes „A“) verwechselt, das nur aussagt, dass zumindest 50% der Wertschöpfung in Österreich erzielt wurden.

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Mythbusters – Ölheizung

Energy – Mythbusters – Glauben ist gut, wissen ist besser

Mythos: Diese modernen Ölheizungen, die sind so gut, da kommt überhaupt nix mehr raus, nur reine Luft!
FALSCH!

Jeder kennt die Werbeslogans, in denen die Mineralölindustrie moderne, „saubere“ Ölheizungen bewirbt und sogar mit einem Investitionskostenzuschuss fördert. Leider löst sich aber auch in diesen angeblich „sauberen“ Heizungen der verbrannte Stoff, ob nun Öl oder auch Gas bzw. Kohle nicht in reine Luft auf.
Wollen wir z.B. 10kWh Wärme erzeugen, so benötigen wir ca. 1 Liter Öl, 1m³ Gas oder  1.25kg Kohle. Bei deren Verbrennung enstehen etwa 2.9kg CO2 beim Öl, 2.6kg CO2 beim Gas und sogar 6.6kg CO2 bei der Kohle.
Wer jetzt aufgepasst hat, fragt sich vielleicht, wie es das denn gibt, dass ich 1kg von etwas verbrenne, aber wesentlich mehr als 1kg Abgase anfällt. Die Lösung liegt sprichwörtlich in der Luft, da beim Verbrennungsvorgang Sauerstoff (O2) aus der Luft an den Kohlenstoff (C) des fossilen Brennstoffs gebunden wird.
Moderne Öl- und Gasheizungen sind sicherlich effizienter als ihre Vorfahren aus dem letzten Jahrhundert. Aber nur weil der Rauch heutzutage nicht mehr schwarz oder blau sondern klar ist, heißt das leider nicht, dass damit weniger CO2 in unsere Atmosphäre geblasen wird.

PS: Verwenden wir statt Öl, Gas und Kohle aber Holz, so wird beim Verbrennen nur jenes CO2 freigesetzt, das der Baum zuvor aufgenommen hat. Es lebe der Kreislauf!

Mythbusters – FairTrade

Energy – Mythbusters – Glauben ist gut, wissen ist besser

Mythos: Dieses Fair Trade Pickerl, das wird auch nur draufgeklebt, damit die einen höheren Preis verlangen können.

FALSCH!

Das Fair Trade Zeichen (zu Deutsch „Fairer Handel“) ist an eine Reihe von sozialen Produktionsbedingungen geknüpft. Dazu zählen etwa ein direkter Handel ohne Zwischenhändler, Verbot von Kinderarbeit und faire Entlohnung der Produzenten sowie eine „Fair-Trade-Prämie“, die für Entwicklungsprojekte verwendet wird. Entgegen mancher Meinungen steht es aber nicht automatisch für biologische Produktionsweise.

fairtrade

Möglicherweise gibt es trotz strenger Kontrollen manchmal auch schwarze Schafe, die sich das Fair Trade Siegel zu unrecht erschleichen. Wer aber aus diesem Grund das gesamte System verteufelt, bestraft nicht nur diejenigen, die sich an die Richtlinien halten, sondern fördert im Gegenzug internationale Großkonzerne, denen die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzenten oft herzlich egal sind. Besonders mit dem Kauf von NICHT fair gehandeltem Kaffee oder Kakao ist die Gefahr groß, indirekt Ausbeutung, Kinder- oder sogar Sklavenarbeit zu unterstützen.